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Erfreuliche Beobachtungen in der Alpschweinehaltung

Alpschweine im Schilstal

Mitarbeiter des Veterinärdienstes kontrollierten auch in diesem Jahr wieder mehrere Alpbetriebe unangemeldet auf die Einhaltung der Bestimmungen in den Bereichen Tiergesundheit, Tierverkehr, Medikamenteneinsatz und Tierschutz. Diesmal wurden die Kontrollen im St. Galler Oberland durchgeführt. Besonders erfreulich ist die Entwicklung in der Haltung der Mastschweine.


Noch vor wenigen Jahren mussten wir feststellen, dass bei der Haltung der Schweine zwischen Tal- und Sömmerungsbetrieben kaum ein Unterschied festzustellen war. Die Tiere waren in der Regel auch auf den Alpen in Buchten eingesperrt, mit minimalem Platzangebot, ohne Zugang zu einer Weide und oftmals sogar mit sehr wenig Beschäftigungsmaterial. Das Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen (AVSV) musste zahlreiche Haltungen beanstanden.

 

In diesem Sommer durften wir erfreulicherweise feststellen, dass die Tiere inzwischen auf vielen Alpen freien Zugang zu einem grossflächig eingezäunten Auslauf erhalten haben. Die Schweine können dadurch ihren natürlichen Instinkten nachleben, nahrungssuchend in der Erde wühlen, sich in Suhlen abkühlen oder einen Schattenplatz aufsuchen. Nicht zuletzt dank der sehr artgerechten Haltung  zeigte kein einziges Tier Anzeichen von Schwanzbeissen oder Abszessen an den Gelenken. Es war auch erstaunlich, wie agil und anhänglich sich die Alpschweine im Vergleich zu Tieren in intensiven Mastbetrieben verhielten.

 

Aus Sicht des Tierschutzes und der Primärproduktion war also (fast) alles in Ordnung. Beanstandet werden mussten in einigen Fällen die folgenden Punkte:

 

  • Trinkwasser: Freilandschweine müssen mehrmals täglich getränkt werden. Wenn sie zeitweise in den Stall gesperrt werden, dann muss Wasser permanent vorhanden sein. Pro 24 Tiere braucht es bei Schottefütterung mindestens 1 Tränkestelle. 


  • Schutz vor Kälte: Insbesondere auf Alpen muss dem Schutz der Tiere vor Kälte besondere Beachtung geschenkt werden. Die Temperaturgrenze beträgt für Schweine von 25-60 kg Körpergewicht 15°C und für Tiere über 60 kg 9°C. Wird diese unterschritten, muss der Stallboden im Liegebereich wärmegedämmt, geheizt oder ausreichend eingestreut sein. Handelt es sich bei der Haltung um einen Aussenklimastall, dann müssen die Schweine die Möglichkeit haben, sich im Tiefstreubett einzugraben. 


  • Tierverkehr: Der Zugang von Schweinen auf einem Betrieb muss in der TVD abgebildet werden, dies gilt auch für Alpbetriebe.



AVSV - Erfreuliche Beobachtungen in der Alpschweinehaltung (28.08.2017 13:43)


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