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Jahresbericht 2016: Im Dienste der Konsumentinnen und Konsumenten

Jahresbericht 2016

Um Verbesserungen für die Konsumentinnen und Konsumenten zu erreichen, versucht das Amt für Verbrauchschutz und Veterinärwesen (AVSV) in vielen Fällen Schwachstellen zu erfassen. Deshalb sind die zum Teil zahlreichen Beanstandungen nicht repräsentativ für die effektive Qualitätssituation. Trotzdem können aus dem soeben erschienenen Jahresbericht Tendenzen herausgelesen werden, die nicht alle erfreulich sind.


So brachten im Berichtsjahr die Analysen von vorgekochten Speisen aus Verpflegungsbetrieben eine deutliche Zunahme von stark erhöhten Keimzahlen ans Licht. Auffällig dabei: Bei rund einem Viertel der üblichen Nachkontrollen war keine Besserung festzustellen. Zum Schutze der Konsumentinnen und Konsumenten werden im AVSV nun geeignete Massnahmen zur Verbesserung der Situation erarbeitet.

Bei der alle drei Jahre durchgeführten Untersuchung der Badewasserqualität von Oberflächengewässern im Kanton fielen wie in der Vergangenheit einige Flussbadestellen negativ auf. Einmal mehr zeigte sich, dass in Seen bedenkenlos gebadet werden kann, während bestimmte Badestellen an Flüssen aufgrund ihrer immer wieder erhöhten mikrobiologischen Belastungen aus gesundheitlichen Gründen nicht für eine sommerliche Abkühlung zu empfehlen sind.

Immer wieder lassen sich in Nahrungsergänzungsmitteln illegale Substanzen nachweisen. In einer Untersuchungsreihe mussten 80 Prozent der Produkte beanstandet werden, da unter anderem unerlaubte Dopingmittel oder andere pharmakologisch wirksame Stoffe gefunden wurden, die in Lebensmitteln verboten sind.

Jedes fünfte untersuchte Duschwasser wies eine zu hohe Legionellenkonzentration auf. Amtlich untersuchte Duschwasser werden aufgrund eines Verdachts analysiert. Oft kann durch einfache Massnahmen wie einer Erhöhung der Boiler-Wassertemperatur auf >60° C eine Legionelleninfektion durch das Duschwasser verhindert werden. Nur in Ausnahmefällen gestaltet sich die Sanierung schwieriger.

Im November und Dezember wurden im Kanton St.Gallen sechs verendete Wildvögel auf die Vogelgrippe untersucht; bei keinem konnte das Virus nachgewiesen werden. Schweizweit waren 119 von 281 untersuchten Tieren positiv, grösstenteils Wasservögel (Enten und Möwen). Die hauptsächlichen Fundorte lagen am Bodensee, Zürichsee, Neuenburgersee, Bielersee, Genfersee und dem Rhein entlang. In der Schweiz waren dank der frühzeitigen Aufstallung keine Nutzgeflügelhaltungen vom weltweiten Seuchenzug betroffen.

Im Bereich Tierschutz mussten in 136 Fällen Strafanzeigen (+19) erstattet und in 8 Fällen Tierhalteverbote (-4) ausgesprochen werden. Mehr als die Hälfte betrafen Heimtierhaltungen. Zu viele Tierhalter setzen sich nur ungenügend mit den von ihnen gehaltenen Tieren und deren Bedürfnissen auseinander; Reptilien werden völlig falsch gehalten, Hunde erhalten viel zu wenig Auslauf oder Vögel müssen in deutlich zu kleinen Käfigen leben.

Die nationale Tierseuchenüberwachung ist mit der Einführung des System RiBeS (Rinderbeprobung im Schlachthof) deutlich effizienter, schneller und flexibler geworden. Statt die Tiere auf den Höfen zu beproben, werden die Proben nach der Schlachtung gezogen. Ein komplexes, gut durchdachtes System zeigt dem Fleischkontrolleur an, welche Tiere für welchen Test ausgewählt sind.

 



AVSV - Jahresbericht 2016: Im Dienste der Konsumentinnen und Konsumenten (09.05.2017 07:48)


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